Occhio realisiert ganzheitliches Lichtkonzept im Cugó Gran Vittoriosa auf Malta
Malta/München, Juli 2026 - Die Geschichte eines Gebäudes weiterzuschreiben bedeutet, seine Authentizität zu bewahren und zugleich ein neues Kapitel hinzuzufügen – Licht nimmt dabei eine entscheidende Rolle ein, indem es zum verbindenden Element wird. Es hebt historische Details hervor, betont Raumdimensionen und übernimmt nach Sonnenuntergang die Rolle des Tageslichts. Durch gezielt inszenierte Lichtstimmungen unterstreicht es die Nutzung eines Gebäudes. So auch im Cugó Gran Vittoriosa: Das Luxushotel auf Malta mit 18 exklusiven Suiten öffnet im Laufe des Sommers 2026 seine Türen. Für das historische Gebäude, das einst als Residenz der Kapitäne des Malteserordens diente, übernahm Occhio die ganzheitliche Lichtplanung und -gestaltung: von der Konzeptentwicklung über die technische Integration bis zur finalen Umsetzung.
Planungsauftrag: Von der Idee zur Umsetzung
Entwickelt wurde das Projekt von Architekt Bastian Große Halbuer (Qcoon Real Estate GmbH) und Innenarchitektin Adelgunde Große Halbuer; seitens Occhio war Lighting Designer Erol Siegert-Knop für das Projekt verantwortlich. Besonders die Lichtplanung stellte die Architekten bei der Restaurierung des stillgelegten Gebäudes vor besondere Aufgaben: Historische Tonnengewölbe und massive Natursteinwände sollten bewahrt und inszeniert werden; hinzu kam die markante Glasdachkonstruktion im Foyer, die eine technische Herausforderung für das Lichtkonzept darstellte. Die baulichen Gegebenheiten ließen nur begrenzte Möglichkeiten für eine klassische Deckenbeleuchtung zu – vor allem der Gewölbebereich des Erdgeschosses bot nur wenige Möglichkeiten, Leuchten zu montieren.
„Inspiriert von der Lichtfarbe des Kerzenlichts, der ursprünglichen Lichtquelle, haben wir gemeinsam mit den Architekten ein atmosphärisches Lichtkonzept entwickelt, welches die räumliche Dramaturgie aufgreift", erklärt Siegert-Knop. „Als Basis haben wir im gesamten Haus eine Farbtemperatur von 2700 Kelvin gewählt; im Restaurant kommt mit den Luna pura gezielt eine noch wärmere Farbtemperatur von 2200 Kelvin zum Einsatz. Der hohe Farbwiedergabeindex CRI 95 sorgt zusätzlich dafür, dass der maltesische Naturstein in seiner authentischen Farbigkeit und Echtheit zur Geltung kommt."
Lighting Design – von Lobby über Gastronomie bis zu den Suiten
Die Dynamik des Tageslichts zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt. Tagsüber durchflutet ein sanfter Lichteinfall über das Glasdach die Lobby und geht mit einbrechender Dunkelheit fließend in das warme Licht der Pendelleuchten Sento sospeso über. Gerade die Sento Serie fügt sich – gestalterisch und in ihrer Lichtwirkung – besonders stimmig in die historische Substanz der Eingangs-, Treppen- und Flurbereiche ein. Die Linse der Sento Leuchten greift mit ihrer gewölbten Form die architektonische Sprache des Hauses auf. Sento verticale und Sento tavolo setzen in der Conciergerie stimmungsvolle Akzente.
Die Hotelbar im Erdgeschoss erforderte eine sensible Lösung. Da die historische Gewölbedecke nur wenige Installationspunkte zuließ, musste die Gestaltung reduziert und technisch präzise umgesetzt werden: Coro moon sospeso und die skulpturale Coro moon spider Installation schaffen eine zentrierte, intime Stimmung; io pico inszeniert die gewöblten Nischen des historischen Gebäudes.
In den Triplex-Suiten bespielen drei schwebende Mito sospeso die Höhe des Raums über alle Ebenen – eine Wirkung, die durch die Fenster hindurch auch nach außen sichtbar ist. Die Gioia lettura ergänzt den Wohnbereich um individuell ausrichtbares Licht. Bewusst entschieden sich Architekten und Occhio in den Suiten durchgehend für Aufbau- statt Einbauleuchten, da die Leuchten selbst ein zentrales Gestaltungselement im Raum sind. Im Wellnessbereich sorgt ein abgestimmtes Zusammenspiel der io- und Mito-Serie für unterschiedliche Lichtstimmungen mit jeweils vier abrufbaren Lichtszenarien, je nach Anforderung und Nutzung des Raumes.
In Korridoren, Treppenhäusern und Übergängen übernimmt Licht eine wegweisende Funktion: Sento sospeso zeichnet den Weg nach, die Wandleuchte Sento verticale betont die Treppenhäuser. Luna parete markiert an jeder Zimmertür den Übergang vom öffentlichen in den privaten Bereich und wirkt zudem als stimmungsvolle Willkommensgeste für die Gäste. Zur eingesetzten Produktvielfalt sagt Architekt Bastian Große Halbuer:
„Wie ein Maler mit einer Palette unterschiedlicher Farben bietet Occhio eine spezifische Bandbreite an Leuchten, die sich in ganz verschiedenen Kontexten einsetzen lässt. Das hat uns geholfen, die Atmosphäre zu schaffen, die wir für dieses Gebäude im Sinn hatten, und das Gefühl der Wertschätzung für diesen besonderen Ort auch unseren Gästen zu vermitteln."
Technische Integration via Occhio air und durchdachte Sonderlösungen
Um die Lichtstimmungen flexibel steuerbar und damit erlebbar zu machen, wurde in den öffentlichen Bereichen des Hotels das Steuerungssystem Occhio air integriert. Zudem wurde die Sicherheitsbeleuchtung in sämtlichen Bereichen integriert. So mussten Treiber, Steuermodule und Akkupacks möglichst unsichtbar in die historische Bausubstanz eingebunden werden. Dies gelang beispielsweise über eigens entwickelte Baldachine oder Stauraum in angrenzenden Nebenräumen, immer im Zusammenspiel und in enger Abstimmung mit den beteiligten Gewerken. Auch beim Foyer-Glasdach war technische Detailarbeit gefragt: Die Pendelleuchten Sento sospeso wurden in Sonderlänge gefertigt und über eine bauseitig entwickelte Aufnahme präzise in die Konstruktion integriert.
Occhio als ganzheitlicher Projektpartner
Das Projekt steht exemplarisch für den ganzheitlichen Ansatz von Occhio im Projektbereich: international ausgerichtet und mit einem Leistungsumfang, der weit über die reine Produktlieferung hinausgeht. Der Beitrag von Occhio umfasste Beratung und Site Visits, das Lighting Design, die vollständige technische Dokumentation, begleitende Elektrikerbriefings, On-Site-Support während der Installation sowie die Inbetriebnahme von Occhio air und die finale Übergabe.
Bastian Große Halbuer beschreibt die Zusammenarbeit wie folgt: „Occhio war von Beginn bis Ende in jeden Projektschritt eingebunden. Durch diese sehr enge Zusammenarbeit, über die Ländergrenzen hinweg, konnten lokale Anforderungen souverän bewältigt werden.“
Facts & Figures
Realisierungsjahr: 2026
Architektur: Bastian Große Halbuer – Qcoon Real Estate GmbH
Innenarchitektur: Architekturbüro Adelgunde Große Halbuer
Leuchten: Sento sospeso, Sento verticale, Sento tavolo, Sento letto, Mito sospeso, Mito aura, Mito sfera, Gioia lettura, Coro moon sospeso, Coro moon spider, io verticale, io pico, io giro, Luna pura, Luna parete
Lichtgestaltung: Occhio
Fotos: Mark Seelen