Interview mit Architekt Alberto Cano
Im Rahmen einer langjährigen Partnerschaft ist in diesem Projekt ein ganzheitliches Lichtkonzept entstanden, das alles ist – nur keine Standardlösung. Bereits in der Rohbauphase begann der intensive Dialog zwischen dem Lighting Design Team von Occhio und dem Architekten Alberto Cano von Estudio Cano Arquitectura und führte über die gesamte Projektentwicklung bis zur finalen Umsetzung. So entstand eine enge Zusammenarbeit, in der Architektur und Licht von Anfang an gemeinsam entwickelt wurden. Das Ergebnis ist eine Einheit mit eigener Identität und einer klaren, unverwechselbaren Sprache.
Lighting Design – Treppenhaus, Esszimmer, Küche
Die Villa erschließt sich von oben nach unten, ein architektonisches Konzept, das der Topografie Folge leistet und sich auch im Inneren fortsetzt. Hier überschneiden sich verschiedene Bereiche und gehen fließend ineinander über. So verbindet sich etwa der Eingangsbereich über das Treppenhaus mit der offenen Küche und dem Essbereich.
Naheliegend war daher, diese räumlichen Beziehungen mit der großen Geste einer Installation aus Coro moon sospeso aufzugreifen. Die Installation beginnt hoch oben im Luftraum über dem Esstisch und erstreckt sich über zwei Etagen. Sieben Leuchten der Installation befinden sich im tiefer liegenden Bereich und übernehmen dort die gezielte Beleuchtung des Esstischs. Die Umsetzung erforderte eine präzise abgestimmte und aufwendige Planung, insbesondere bei der Positionierung und Anordnung der Leuchten in den Deckenkassetten. Aufgrund des geringen Abstands zwischen den Deckenlamellen mussten die Abhängungen exakt durch das Holzlamellenfeld geführt werden; die Treiber sind in einem separaten Deckenfeld untergebracht, das für Wartung und Service zugänglich bleibt. Mit ihrem gerichteten, blendfreien Licht ist die Coro moon wie gemacht für diesen besonderen Auftritt. Auch am Tag prägt die Installation den Raum: Ihr Spiel aus Licht und Schatten verbindet Tages- und Kunstlicht.
Als weiteres verbindendes Element fungiert die Wandleuchte io verticale, die sich entlang der zweigeschossigen Wand im Luftraum anordnet. Um ihre ideale Positionierung zu bestimmen und präzise auf die markante Betonwand zu übertragen, wurde ein Mock-up im Maßstab 1:1 angefertigt. Mit ihren klar konturierten Lichtkegeln nach oben und unten greift die Leuchte die Geometrie der kassettierten Betondecke auf und führt deren Rhythmus über beide Geschosse hinweg fort. Auf diese Weise tritt sie in einen ebenso subtilen wie wirkungsvollen Dialog mit der Architektur.
Lighting Design – Schlafzimmer
Im Gegensatz zu den großen Protagonisten der repräsentativen Räume werden im Schlafbereich sanftere Akzente gesetzt. Auch hier setzt sich die geometrisch gerasterte Betondecke fort und bietet in ihren Deckenkassetten den idealen Platz für Luna piena. In den Flurbereichen gibt sie ihr gerichtetes Licht nach unten in die Laufzonen ab. Im Schlafzimmer hingegen ist sie kopfverspiegelt: Ihr Licht wird an die Decke reflektiert und erzeugt dort eine gleichmäßige, atmosphärische Lichtwirkung. Das sorgt im sensiblen Schlafbereich für maximale Blendfreiheit und setzt zugleich die hochwertigen Holzlamellen innerhalb der Deckenkassetten wirkungsvoll in Szene.
Die Entscheidung, die Leuchte entsprechend der Deckenrasterung repetitiv einzusetzen, wurde ganz bewusst getroffen. Der Ort des Rückzugs und der Entspannung sollte durch keine gestalterischen Amplituden aus seinem Gleichgewicht gebracht werden. Dieses Prinzip wird bis in die anschließende Ankleide fortgesetzt, um die beabsichtigte Wirkung von Ruhe und Ausgewogenheit konsequent zu gewährleisten. Die beiden Tischleuchten aus der Luna Serie – Luna pura und Luna sogno – treten als vertraute Ankerpunkte im Raum in Erscheinung, während sich vor den großzügigen Glasflächen die Kulisse für den echten Mond öffnet.
Lighting Design – Garage, Fitnessraum
Auch in der Garage wurde die Lichtplanung unmittelbar aus den räumlichen Gegebenheiten heraus entwickelt. Die in die Sichtbetondecke integrierten Coro moon zero nutzen bereits baulich vorhandene Öffnungen. Die Aussparungen dienten zugleich der Verkabelung, welche über den Boden des Obergeschosses in einen Technikraum geführt wurde, in dem die Treiber gebündelt und revisionierbar untergebracht sind.
Im Fitnessraum bestimmt statt Sichtbeton Holz den Raumeindruck und mit ihm ein anderer Lichtcharakter: Zwei Mito aura setzen unter der fein profilierten Holzlamellendecke einen bewusst gesetzten Kontrast zur linearen Formsprache des Materials. Ihr nach oben gerichtetes Licht zeichnet ein präzises Spiel aus Licht und Struktur auf die Holzdecke, während ihr direktes Licht die Trainingsfläche gezielt ausleuchtet. Die raumhohe Spiegelwand reflektiert das Zusammenspiel von Licht und Material und erweitert die Raumwirkung optisch. So entsteht trotz des klaren funktionalen Aufbaus eine konzentrierte und zugleich besondere räumliche Qualität.
Villa Quantum
Realisierungsjahr: 2026
Architektur: Estudio Cano Arquitectura
Leuchten: Coro moon, Coro, Luna, Mito, io, Sito
Lichtgestaltung: Occhio
Fotos: Mark Seelen
Video: Ueberbild, Looping Group







